Eröffnungskonzert
Beethoven&Ries

Datum
Freitag, 17.09.2021
20:00 Uhr
Ort
Klosterbasilika Knechtsteden
Ticketinfo

Die Ticketpreise werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Ferdinand Ries
Oratorium "Die Könige in Israel"
Introductione - Rezitativ und Arien von Saul und Michal
Violinkonzert e-Moll op. 24
Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68
Pastorale
Florian Donderer, Violine
Kerstin Dietl, Sopran
Matthias Vieweg, Bass
ensemble reflektor
Thomas Klug, Leitung
Tickets sind ab 09.08. telefonisch unter 0221-2801 bei KoelnTicket erhältlich.
Hier können Sie Tickets für die Veranstaltung online bestellen.

19 Uhr – Einführungsgespräch in der Klosterbibliothek

Im ersten Teil des Konzerts erklingen Werke von Beethovens bedeutendstem Schüler Ferdinand Ries. Eine nicht konfliktfreie aber lebenslange Freundschaft verbindet die beiden. Ferdinand ist bis zu Beethovens Tod geradezu liebevoll um den Lehrer bemüht und versucht, ihn als Gast nach London zu holen, wo Ries 12 Jahre tätig ist. Beethoven sagt die Reise in letzter Minute ab, weil er sich der Reise durch seine bedrückende Taubheit nicht gewachsen fühlt.

Ferdinand ist zu Unrecht lange vergessen. Erst vor gut zwanzig Jahren rücken seine Werke in den Blick und begeistern. Für alle Gattungen und Besetzungen komponiert er etwas und schreibt 1828 seinem Bruder, er habe alle musikalischen Esel und Pferde bestiegen, was bei 150 damals schon gedruckten Werken ein treffender Kommentar ist. Mehrfach erhält er Aufträge für die Niederrheinischen Musikfeste. Deren Leiter ist er zum neunten Mal, als er für das Aachener Musikfest 1837 das Oratorium Die Könige in Israel schreibt. Das effektvolle Werk ist höchst erfolgreich und bekommt nach fast jedem Satz Szenenapplaus. An den befreundeten Louis Spohr schreibt er: Es hat in Aachen beim letzten Musikfest außerordentlich Effekt gemacht und gefallen.

Franz Anton Ries – Ferdinands Vater – erstaufführt das Violinkonzert seines Sohnes 1810 in Bonn. Franz Anton wächst als Wunderkind auf, erhält 1774 eine Anstellung in der Bonner Hofkapelle, wird 1791 Direktor der kurfürstlichen Musik, stirbt steinalt und überlebt seinen Sohn Ferdinand um fast zehn Jahre.

Am Programmende steht als sogenannte Pastorale die 6. Sinfonie Beethovens, in der er aktuelle Zusammenhänge seiner Zeit behandelt. Humboldt bringt nach bahnbrechender Südamerikareise Erkenntnisse über die Natur in Umlauf. Bald ist es en vogue, die Natur in öffentlichen Parks und eigenen Gärten zu erleben. Beethovens Liebe zur Natur belegen seine vielen Spaziergänge und das, was er bei Christoph Christian Sturm wieder und wieder liest. Der an den aufklärerischen Universitäten Jena und Halle geschulte Sturm beschreibt in den Betrachtungen der Werke Gottes im Reiche der Natur Dinge, zu denen 1825 Beethovens Worte wie ein Kommentar klingen: Mein Dekret: nur im Lande bleiben. Wie leicht ist in jedem Flecken dieses erfüllt! Mein unglückseliges Gehör plagt mich hier nicht. Ist es doch, als ob jeder Baum zu mir spräche auf dem Lande: heilig, heilig! Im Walde Entzücken! Wer kann alles ausdrücken? Leicht bei einem Bauern eine Wohnung gemietet, um die Zeit gewiß wohlfeil. Süße Stille des Waldes! Liest sich wie Beethovens visionärer Rat für Pandemie-Zeiten!

Die Pastoral-Sinfonie oder Erinnerungen an das Landleben will nach Beethovens eigenen Aussagen Mehr Ausdruck der Empfindung als Malerei sein und so schreibt er: Man überlässt es dem Zuhörer, die Situationen auszufinden und Wer auch je nur eine Idee vom Landleben erhalten, kann sich ohne viele Überschriften selbst denken, was der Autor will. Der Autor Beethoven lässt die Instrumente Vogelrufe, Schritte von Wanderern, das Rauschen der Bäche, krachendes Gewitter ausdrücken und scheut sich nicht, Instrumente falsch einsetzen zu lassen, denn in dieser Zeit entstehen Liebhaber-Orchester, deren Mitgliedern die Freude am gemeinsamen Musizieren öfter durch falsche Einsätze getrübt wird – auch das ist natürlich. 

Konzert mit Pause. Ende gegen 22:00 Uhr

Änderungen vorbehalten.


Mit freundlicher Unterstützung

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