Schubert
Winterreise

Datum
Sonntag, 20.09.2020
20:00 Uhr
Ort
Friedrich-Spee-Saal Knechtsteden
Ticketinfo

19€ Ermäßigt: 15€

zzgl. VVK-Gebühr

Franz Schubert
Winterreise
Ein Cyclus von Liedern von Wilhelm Müller
Für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte Op. 89
Veronika Winter, Sopran
Klaus Heidemann, Flügel
Tickets sind ab dem 2.6. telefonisch unter 0221-2801 bei KoelnTicket erhältlich.
Hier können Sie Tickets für die Veranstaltung online bestellen.

19 Uhr – Einführungsgespräch im Musiksaal

Obwohl Schubert und Beethoven jahrzehntelang in Wien leben und gemeinsame Bekannte haben, lernen sie sich nicht persönlich kennen. Beide speisen einmal im selben Restaurant, nehmen einander wahr aber keinen Kontakt auf.  Sind sie zu scheu, um sich zu begrüßen? Wer weiß. Der fast 30 Jahre ältere Beethoven ist um diese Zeit bereits berühmt und erfolgreich. Seine Musik ist jetzt Vorbild für das Junge Frankreich mit Hector Berlioz an der Spitze und er wird keine Veranlassung haben, Schubert anzusprechen. Schubert dürfte zu bescheiden und voller Selbstzweifel sein, das bewunderte Vorbild zu begrüßen. In Beethovens Konversationsheft können die Worte seines Neffen Karl eine Erklärung sein: man lobe den Schubert sehr, man sage aber, er verstecke sich. Trotz Scheu vor Beethoven ist Schubert Zeit seines Lebens dessen Bewunderer, der den Franz als einzigen unter den jüngeren Komponisten anerkennt. Nach einer Aufführung der 5. Sinfonie bekennt der scheue Achtzehnjährige einem Freund: Heimlich im Stillen hoffe ich wohl selbst noch etwas aus mir machen zu können, aber wer vermag nach Beethoven noch etwas zu machen? Bei aller Verehrung für den Älteren fühlt sich dem der Jüngere weit unterlegen, steigert allerdings seine Schaffenskraft, indem er sich wie sein Vorbild mit Kontrapunkt und Fuge auseinandersetzt und an der Form des durchkomponierten Liedes arbeitet.

In Beethovens Leben schwinden irgendwann die Selbstzweifel. Willenskraft, Erfolg und wachsendes Selbstvertrauen stärken ihn trotz Taubheit. Schubert findet in dem unheimlichen Mann Beethoven ein Vorbild, das ihm unerreichbar vorkommt und darum nichts Beglückendes hat. Die tragischen Selbstzweifel des Jüngeren wachsen und machen ihn durch seine venerische Krankheit zu einem Mutlosen, der nicht mehr erlebt, dass er mit seiner Winterreise – zunächst von seinen Freunden verrissen – als Liedkomponist Beethoven weit übertrifft.

Veronika Winter und ihr Begleiter Klaus Heidemann – Mitglied der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen – beschäftigen sich über einen längeren Zeitraum mit der Winterreise.

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